Günther Loewit
Geboren 1958 in Innsbruck, dort 1977 Matura und 1982 Abschluss des Medizinstudiums. Verschiedene Reisen und Auslandsaufenthalte. Seit 1987 Stadtarzt in Marchegg/Niederösterreich.
Die ersten literarischen Arbeiten fallen ebenfalls in diese Zeit, seither entstehen umfangreiche Notizen und Aufzeichnungen, Essays und erzählende Texte. Erste literarische Veröffentlichungen in Kunstkatalogen und Zeitschriften sowie Lesungen seit 1991.
2004 erscheint im Innsbrucker Skarabæus Verlag der erste Roman Kosinsky und die Unsterblichkeit, über die Gräben und Verwerfungen in der jüdischen Familie Kosinsky im 20. Jahrhundert.
2006 folgt der Roman Krippler, der die Zerrissenheit eines Geistlichen zwischen „weltlicher Macht“ und „kirchlicher Lust“ zum Inhalt hat.
2007 erfolgt die Aufnahme eines Textes in die Anthologie Innseits.
2008 erscheint mit dem Roman "Mürrig" das bisher umfassenste Werk mit der Aussage "Neben der Weltgeschichte bedeutet ein Einzelschicksal nichts, neben dem Einzelschicksal ist die Weltgeschichte belanglos."
im April 2010 erscheint das Sachbuch "Der ohnmächtige Arzt" über die Krankheiten des Gesundheitssystems im "Haymon verlag".

Seit Jahren wird mit Erfolg am Ansehen der Ärzteschaft gekratzt: Ein aufgeblähter Verwaltungs- und Kontrollapparat, der den Ärzten beinahe täglich neue Protokolle, Formulare, Erklärungen und Rechtfertigungen abverlangt und immer neue Hürden erfindet; eine gewinnoptimierte Pharmaindustrie, die mit stets neuen, teuren Präparaten in die Arztpraxen und Spitäler drängt; überinformierte Patienten, die selbst am besten zu wissen glauben, welche Behandlung ihnen zusteht; und eine Menschheit, die den Traum von Gesundheit bis ins hohe Alter, von der Heilbarkeit jeder Krankheit träumt: Sie alle arbeiten an der schleichenden Demontage der Heilkunst.
Mit dem Insiderwissen des erfahrenen Arztes und Kammerfunktionärs, sensibel, präzise und doch mit polemischer Schärfe, diagnostiziert Günther Loewit die Krankheiten, an denen unser Gesundheitssystem leidet, blickt schonungslos auf die Geschäftemacherei mit der Krankheit, auf die Schikanen und Doppelgleisigkeiten des Gesundheitssystems, auf die zunehmende Wert- und Würdelosigkeit der Ärzte und auf den verlorengegangenen Respekt des Systems vor der Heilkunst.

Neben der Weltgeschichte bedeutet ein Einzelschicksal nichts,
neben dem Einzelschicksal ist die Weltgeschichte belanglos.
Karl Georg Mürrigs Kindheit verläuft trostlos: der Vater ein autoritärer Familienregent, die Mutter schwach und unterwürfig, Karl Georg selbst ein kränkliches Kind und nur eine Belastung für die Eltern. Lediglich das gemeinsame Interesse für das weltpolitische Geschehen, das Karl Georg früh entdeckt, verbindet ihn mit seinem unnahbaren Vater. So verbringt er Stunden vor dem Radioapparat und saugt die Nachrichten in sich auf – sie werden ihm zu einem zweiten Zuhause.
Als der jugendliche Karl Georg beim Durchstöbern des väterlichen Schreibtisches auf ein Geheimfach stößt, wendet sich das Blatt. Nun, da er die Vergangenheit seines Vaters kennt, ist der Tyrann plötzlich entzaubert und entmachtet. Doch was für ihn Befreiung sein könnte, misslingt. Noch Jahre später flüchtet er sich in die Scheinwelt der Medien, deren Geschichten von Krieg und Gewalt sein Leben zunehmend bestimmen. Es beginnt ein langsamer und doch unaufhaltsamer Abstieg in einen Abgrund, wie ihn die Weltgeschichte immer bereithält ...
Eindringlich und präzise in der Durchleuchtung der menschlichen Seele erzählt Günther Loewit die Geschichte eines Lebens, das von vornherein zum Scheitern verurteilt scheint.

Der Lebensweg von Josef Krippler ist klar vorgezeichnet: Der Sohn aus einem ebenso schlichten wie zerrütteten Elternhaus findet Gefallen an den starren Strukturen der Kirche, in denen er Halt, Ordnung und Sicherheit zu finden glaubt. Die scheinbare Macht eines Priesters soll ihn für die Verlockungen des weltlichen Lebens entschädigen, auf das er verzichten will.
Doch im letzten Moment stört eine Frau diesen entschlossenen Lebensplan: Johanna Hofinger zeigt Krippler, wie ein anderes Leben aussehen könnte, ein Leben, das sich alle Normalität, alle Lust, alle Freiheit zugesteht.
Als Krippler sich im Zwiespalt, für welche Liebe er sich entscheiden soll, auf die scheinbar sichere Seite der Kirche schlägt und eine Stelle als Landpfarrer annimmt, ahnt er noch nicht, wie weit ihn diese gescheiterte Beziehung noch verfolgen, wie lange ihn Zweifel und Enttäuschung noch begleiten sollten.
Nachdenklich und einfühlsam erzählt Günther Loewit in seinem zweiten Roman die Lebensgeschichte eines Mannes, der in stetigem Kampf mit seiner inneren Zerrissenheit steht, und zugleich die Geschichte einer unmöglichen und dennoch unvermeidbaren Liebe.
Kosinsky und die Unsterblichkeit Eine RecherchePressestimmen | Hörprobe

Günther Loewit begleitet die Familie Kosinsky durch die Kälte des 20. Jahrhunderts: Er verwebt die Lebenslinien und Generationen der jüdischen Bürgerfamilie zu einem Roman, der an den historischen Ereignissen ansetzt und sie mit den Mitteln der Literatur forterzählt. "Kosinsky und die Unsterblichkeit" ist eine Geschichte über den Stolz und den Zweifel an der Familie, über das Misstrauen gegenüber einer Welt, die sich in ein Gefängnis verwandelt, über schuldlose Schuld und über den Zweifel am Sinn der Geschichte. Günther Loewit zeigt, wie sich das Trauma des Nationalsozialismus tief in das Leben, das Denken und Fühlen einer Familie einbrennt und Narben verursacht, die auch nach Generationen noch schmerzen: Ein Riss, der mit dem schleichend gehässiger und aggressiver werdenden Antisemitismus der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts beginnt, mit Verfolgung, Ausgrenzung, Unterdrückung und Gewalt in eine Familie getrieben wird, die sich von ihren jüdischen Wurzeln schon weit entfernt hat, doch per Gesetz zu Juden erklärt wurde. Und der sich über die Generationen nach dem Nationalsozialismus fortsetzt: Im verlorenen Vertrauen zu den Freunden, den Nachbarn, der Umwelt, der Gesellschaft, im verlorenen Vertrauen zueinander und zu einer Heimat, die den Kosinskys nicht mehr Heimat sein wollte - und in der Hassliebe zur eigenen jüdischen Herkunft.
(unter anderem)
07.Dezember 2004 • Lesung im Jüdischen Museum Wien
18.Mai 2005 • Kosinsky in ORF Ö1, "Beispiele"
15.September 2006 • Präsentation Krippler im Festsaal des Schlosses Schloßhof
04.Mai 2007 • Krippler in ORF Ö1 "Beispiele"
04.Mai 2007 • im Rahmen "Innsbruck liest" im Stadtarchiv IBK
25.November 2008 • Mürrig im Cafe Schwarzenberg, 1010 Wien, 19:30
15.Dezember 2009 • Mürrig im CLUB TIROL Wien I, 19:30
20.April 2010 • Lesung aus Mürrig (Skarabaeus-Verlag) für die Raiffeisenbank im Heurigenlokal Falmbigl, 2294 Marchegg, ca. 19:00
21.April 2010 • Präsentation Der ohnmächtige Arzt (Haymon Verlag) in der Buchhandlung Kuppitsch, Schottengasse 4, 1010 Wien 19:30
27.April 2010 • Lesung für die NÖ-Kassenärzte aus Der ohnmächtige Arzt im Cafe Schottenring, 1010-Wien um 19:45
20.Mai 2010 • Präsentation Der ohnmächtige Arzt (Haymon Verlag) im Festsaal des Schlosses Schlosshof um 19:00
26.Mai 2010 • Präsentation Der ohnmächtige Arzt (Haymon Verlag) in der Wagner!schen Buchhandlung, Mueseumstr.4, Innsbruck, 19:00
23.Juni 2010 • Vorstellung Der ohnmächtige Arzt im Cafe Schwarzenberg, Kärntner Ring 17, 1010 Wien, um 19:00
Dr. Günther Loewit
Bahnstraße 7 . 2294 Marchegg . mail@guenther-loewit.at
Pressekontakt und Lesungen: Gerlinde Tamerl
für den Text DER OHNMÄCHTIGE ARZT: Valerie Besl www.vielseitig.co.at
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